Großprojekt TÜVTURK abgeschlossen

Großprojekt TÜVTURK abgeschlossen

Interview mit Herrn Dr. Aubel

Interview mit Herrn Dr. Aubel

Türkei nun mit landesweitem Prüfsystem

TÜVTURK war das größte Projekt in der Firmengeschichte von MAHA. MAHA im Gespräch mit Herrn Dr. Aubel, dem Geschäftsführer der TÜV SÜD Auto Service GmbH und Projektleiter TÜVTURK.

MAHA: Herr Dr. Aubel, die Prüfstationen sind nun alle fertig gestellt und in Betrieb genommen. Somit ist ein Großprojekt – auch für den TÜV SÜD – erfolgreich realisiert. Herzlichen Glückwunsch auch von unserer Seite!
Was uns interessiert ist, ob TÜV SÜD sich jetzt ausschließlich auf die Fahrzeugprüfungenkonzentrieren wird oder ob auch eine Ausdehnung in andere Bereiche angedacht ist.

Dr. Aubel: Dieses Projekt, was wir gemeinsam in einem unglaublich engen Zeitraum realisiert haben, ist sicherlich einmalig in der Branche. Zunächst legen wir natürlich jetzt auch unseren Schwerpunkt auf die Fahrzeuguntersuchung. Aber wir schließen langfristig nicht aus, auch weitere Service- leistungen anzubieten, denn TÜV SÜD macht ja nicht ausschließlich Fahrzeuguntersuchungen, sondern vieles mehr.

MAHA: Wie denken Sie über die Akzeptanz der Bevölkerung in der Türkei hinsichtlich Fahrzeugüberwachung heute und in der Zukunft?

Dr. Aubel: Darüber kann ich noch keine exakten Angaben machen, der Zeitraum ist dafür noch zu kurz. Wir haben die Stationen ja erst 2008 eröffnet und damit das Staatssystem abgelöst. Aber der allgemeine Tenor ist durchwegs positiv. Die Menschen sehen darin eine wirkliche Hilfe zur Verbesserung ihrer Situation im Straßenverkehr.

MAHA: Gemessen an der Anzahl der Prüfstationen und der Prüfungsrichtlinien – wie sehen Sie TÜVTURK in, sagen wir, 5 Jahren?

Dr. Aubel: Wir haben mit dem Verkehrsminis terium eine sukzessive Anhebung der Stand ards vereinbart. Das bedeutet, alles was in Deutschland untersucht wird, wird auch in der Türkei untersucht – mit dem Unterschied, dass nicht alles bemängelt wird, was heißt, nicht jeder Mangel führt zum Versagen der Plakette. Ist z. B. ein Riss in der Windschutzscheibe – was in der Türkei aufgrund der schlechten Straßenverhältnisse häufig der Fall ist – drücken wir noch ein Auge zu. Allerdings auch nicht für einen unbegrenzten Zeitraum: Bei der nächsten Fahrzeugprüfung sollte die Reparatur ausgeführt sein. Sind jedoch Bremsen oder Reifen nicht in Ordnung, führt es mit sofortiger Wirkung zum Versagen der Plakette.
Und zu der Frage, was in 5 Jahren sein wird: In 5 Jahren werden wir auch in der Türkei exakt den gleichen Standard haben wie in Deutschland und in der EU auch.

MAHA: Wie sehen Sie die Auswirkungen von TÜVTURK auf die Gesamtsituation, auch hinsichtlich weiterer Investitionen in die Wirtschaft in die Türkei bzw. in den privaten Sektor?

Dr. Aubel: Eine derartige Entwicklung ist durchaus zu erwarten. Betrachtet man vor allem die Werkstätten in ländlicher Umgebung muss einfach gesagt werden, dass sowohl Ausstattung wie auch die Qualifikation der dort arbeitenden Menschen nicht besonders gut sind. Dies wird sich deutlich ändern. Als äußerst positiv zu werten ist, dass es bereits jetzt schon Firmen gibt, die eine Vorbereitung der Fahrzeuguntersuchung anbieten. Das heißt, Werkstätten bereiten die Fahrzeuge mit einem Vorcheck auf die Untersuchung vor bevor sie bei TÜVTURK vorgestellt werden.

MAHA: Das Projekt TÜVTURK ist in der Branche ein echtes Vorzeigeprojekt und das nicht nur in Europa. Wie sind denn die Reaktionen weltweit? Dr. Aubel: Ich sehe den hohen Bekanntheitsgrad des Projektes, der natürlich eine sehr gute Referenz ist, wenn wir als TÜV SÜD in anderen Ländern präsentieren.

MAHA: Gibt es schon konkrete Anfragen für Auslandsprojekte, die daraus entstehen?

Dr. Aubel: Einerseits bin ich der Meinung, dass für TÜVTURK aufgrund der Shareholder-Struktur nicht unbedingt andere Auslandsprojekte anstehen, aber auf der anderen Seite erwarte ich für TÜVTURK Potential für andere Auslandsprojekte.

MAHA: Wie beurteilen Sie die Leistung von MAHA innerhalb dieses Projektes?

Dr. Aubel: Nachdem die Stationen konzipiert, die Prozesse definiert und das Gebäude entworfen waren, galten meine Gedanken zunächst der Ausbildung des Personals vor Ort. Der zweite Aspekt war dann sicherlich, einen Partner zu finden, der das richtige Test-Equipment liefern konnte und der auch in der Lage war, ein Projekt in dieser Größe in so kurzer Zeit mit uns realisieren zu können. Denn immerhin galt es, in nur 18 Monaten 189 Prüfstationen aufzubauen. In diesem eng gesteckten Zeitrahmen musste produziert, geliefert, installiert und eingehend geschult werden. Ein großes Kompliment an MAHA – es hat perfekt funktioniert.

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